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Weil Wissenschaft Spaß macht


Reinhard Nestelbacher: BioArtist


Reinhard Nestelbacher - Kopf, Herz und Hirn von Sciencetainment - ist Molekularbiologe mit langjähriger Erfahrung im Bereich Wissenschafts-Kommunikation und Bildung.

Innovation, spannende Vermittlung von Technologie, also "sciencetainment", benötigt neues und manchmal auch schräges Denken. Dieser ungewöhnliche Ansatz zeigt sich am besten in seiner künstlerischen Laufbahn; wobei er seine Kunst-Arbeiten stets als eine besondere Form von Kommunikation betrachtet. 

Nestelbacher ist Vertreter im Bereich BioArt, das heißt Kunst, die mit moderner Biotechnologie und Life-Science verquickt ist. Seine Grundrichtung hat sich vor allem in der engen Zusammenarbeit mit der Ars Electronica Linz, mit Gerfried Stocker sowie BioArtists, die ihre Projekte in Linz beim Ars Electronica Festival präsentierten, entwickelt.


 

BioArt Nestelbacher
WerkuebersichtNestelbacher.pdf (8.76MB)
BioArt Nestelbacher
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In sehr ungewöhnlichen Kunstprojekten, die auch die Auswirkung von Technologie distanziert reflektieren, zeigt er sein hohes Ideen- und künstlerisches Innovationspotenzial. Hier eine Auswahl der BioArt Arbeiten von Reinhard Nestelbacher:


Ein großes Projekt, gemeinsam mit dem Team der Ars Electronica Linz erdacht, war der international diskutierte "Sperm-Race" im Jahr 2000: Technologie und männliche Sexualität mit Augenzwinkern und hohem gesellschaftlichen Impact in ein ungewöhnliches Kunst-Event gepackt. Mitten am Linzer Hauptplatz, also an einem sehr ungewöhnlichen Ort, baute Nestelbacher ein medizinisches Analysenlabor auf. In drei ungewöhnlichen Tagen konnten Männer ihre Spermien analysieren und in ein spannendes Wettrennen schicken. Das Event wurde beim Festival umrahmt von Vorträgen über Sexualität und Technologie - unter anderem vom Erfinder der "Pille", Carl Djerassi.





2001 folgte "GFPixel", gemeinsam mit Gerfried Stocker. Dabei wurden lebende, gentechnisch veränderte Bakterien-Kulturen in 5000 sogenannten Kulturschalen (Petrischalen) gezüchtet. Durch technische Modifikation konnten unterschiedliche Gene der Mikroorganismen aktiviert oder geblockt werden. Daraus entstanden lebendige Pixelpunkte, die schließlich zu lebendige und sterbende Kunstwerke zusammengesetzt werden. GFPixel wurde in Madrid, bei der Dokumente, in der Münchner Zentrale der Max-Planck Gesellschaft oder bei Roche Diagnostics in Penzberg gezeigt.



 





Für die "Cellcamera" modifizierte Nestelbacher 2013 menschliche Hautzellen und machte sie gemeinsam mit dem Wissenschafter Kristjan Plaetzer lichtempfindlich. Dadurch war es möglich, eine Art lebendiges Zeltkultur-Fotopapier zu erstellen. Mit dieser einzigartigen Idee und einer umgebauten Plattenkamera bzw. einem Belichtungsgerät war es ihm möglich, wunderbare und mit dem Mikroskop vergrößerte Zellbilder zu erstellen. Einige Bilder der Serie "Technical Disaster" wurden beim Festival der Ars Electronica 2013. Das Bild "Rose" (siehe links) ist beim Tag der Universität Salzburg 2017 zu sehen.


 

 

 



Das neueste Projekt ist ein Kunst-, Technologie- und Bildungsprojekt: Bei der Arbeit "BioInk" wurden Bakterien so verändert, dass sie leuchtende Farbstoffe von Tiefseequallen im Labor produzierten. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern und einer gehörigen Portion Innovation wurde daraus eine neue Farbe für künstlerisches Gestalten entwickelt. Die beteiligten jungen Künstler/innen erhielten für ihre Arbeit 2016 einen Prix Ars Electronica Anerkennungspreis! Nestelbacher hat die "BioInk" inzwischen in sein Labor-Atelier gebracht und arbeitet unter anderem an einem "BioInk-Drucker".

(Bild entstanden beim ARS Electronica U19 Festival 2016)